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'Am Tage ist es das Leben des Wesens,  aber in der Nacht ist es das Leben der Sachen...' (A. Daudet)

 

 

 

Biografie

Geboren am 16.9.1952 in New York. Studierte an der New Yorker Kunsthochschule. Nach Abschluss seines Studiums Arbeit als Filmemacher und Grafikdesigner. Zog 1989 mit einem DAAD-Stipendium nach Berlin,wo er als Filmemacher und Autor arbeitet.Seine Filme DOOMED LOVE und THE BIG BLUE wurden vom Internationalen Forum der IFB präsentiert.Als Co-Autor wirkte er bei EAST SIDE STORY (Regie: Dana Ranga, 1997) mit.

 

Filmografie

1978 ELAINE.A STORY OF LOST LOVE

Co-Regie:John Meaney

 1979 SPACE CITY

Co-Regie:Robyn Brentano

1984- DOOMED LOVE

1988-  THE BIG BLUE

2004-  THE NOMI SONG

 

 

#Photo : Cinéma Village  - NYC / Nuart Theatre - Los Angeles

 

 

I - The Nomi Song

II- Inteview Andrew Horn

 

 

 

 

     

  The Nomi Song  

 

Ist es seine Stimme oder seine Erscheinung mit dem grellweiß geschminkten Gesicht, was sich am stärksten eingeprägt hat? Zur Ikone des New Yorker Underground wurde Klaus Nomi durch seine Stimmlage, Countertenor, und seine schrillen Outfits, die ihm die Verehrung von David Bowie eintrugen, dessen Kostümdesigner er wurde. In den 70er Jahren gehörte er zum festen Bestandteil der New Yorker Szene, er wirkte bei Filmen mit, trat in Clubs auf und veröffentlichte zahlreiche Platten. Sein Bühnenprogramm

oszillierte zwischen Interpretationen von Saint-Saëns „Samson and Delilah“, dem Donna-Summer-Hit „I Feel Love“ und Chubby Checkers „The Twist“. Als er 1983 an den Folgen einer AIDS-Infektion starb, war der Gipfelpunkt seiner Popularität noch lange nicht erreicht.Ob posthume CD-Veröffentlichungen oder Jägermeister-Werbung – Klaus Nomi ist heute so gegenwärtig wie zu Lebzeiten. In seinem Dokumentarfilm erzählt Andrew Horn die Geschichte von Klaus Nomi, der, 1944 als Klaus Sperber in Bayern geboren, in New York zum Star wurde. Neben Ausschnitten aus Nomi-Shows kommen Verwandte, sein früherer Stimmlehrer und zahlreiche Freunde und Kollegen zu Wort. Und auch Klaus Nomi ist mit von der Partie – als lebensgroße mechanische Puppe des Künstlers Pat Keck.

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ANDREW HORN INTERVIEW

#by Isabelle B. (Webmaster) 23/04/2004

# German Version by Timo Keppler 01/09/2004

 

IB : Wie entdeckten bzw. kamen Sie an Klaus?

Andrew Horn : In, ich denke, 1978 arbeitete ich an einer Aufführung in NY, die eine Art Zeltlagerversion von Wagners Oper, "Der Ring", war. Ich machte dafür einige Filmsequenzen wie die durch die Luft fliegenden Valkyries und Brunhilda, die sich in die Flammen stürzt. Alle Figuren schnitt ich aus den Fotos aus, die ich zuvor von den Darstellern gemacht hatte. Einige Wochen in der Show, einer der Künstler, ich glaube sie war eine echte Opernsängerin (fast keines der Mitglieder der Besetzungliste konnte wirklich singen und viele von ihnen verloren ihre Stimmen zu Beginn der Show), wurde rausgeworfen und von Klaus ersetzt. Keines der Mitglieder der Rollenbesetzung, die ich Jahre später danach fragte, wußte, wer er war oder wie es dazu kam, dass er involviert wurde. Es war so, als wäre er aus dem Nichts erschienen. Er spielte mehrere Rollen in der Show, einschließlich einer Rhein Maid sowie einer der Valkyries und große Teile von "The Forest Bird", alles mit seiner Countertenorstimme gesungen. Dort trafen wir uns zuerst und danach war ich oft mit ihm in den Straßen unterwegs. The East Village war zu dieser Zeit wie eine kleine Stadt und wir trafen unsere Freunde oder Bekanntschaften immer auf der Straße auf dem Weg zum ein oder anderen. Wir standen an der Straßenecke, redeten und er sagte mir, dass er eine Band zusammensetzen und mit Synthesizer arbeiten wolle. Ich war ziemlich überrascht, weil ich der Annahme war, er wäre nur ein seriöser Opernsänger. Alles schien mir ein bisschen seltsam. Ferner war dies inmitten der Punkära und das ganze Synthopop-Zeug war so eine Art von oben nach unten herabzuschauen, deshalb nahm ich ihn nicht sehr ernst. Dann, mehrere Monate später, ging ich zu einer Show, die New Wave Vaudeville genannt wurde. Dort hatte er seinen ersten Auftritt als Klaus Nomi, gekleidet wie ein Außerirdischer. Er sang eine Arie von Samson und Delila inmitten der Rauchwolken und er brachte alle dazu, vollständig auszuflippen. Er war der große Hit der Show, und das Publikum war buchstäblich am schreien als er sang. Sie konnten es einfach nicht glauben. Diese Aufführung ist übrigens im Film zu sehen.

IB : Wie kamen Sie auf die Idee, einen Film über sein Leben zu drehen?

Andrew Horn : Es war zuerst nicht meine Idee. Ich traf einen der Produzenten beim Dokumentarfilmfestival in Marseille. Er hat vorher einen Film über den Sänger Nico, genannt Nico Icon, gemacht. Er wollte einen anderen, ähnlichen Film machen und dachte an Klaus. Da ich Klaus ein bisschen kannte und während der Zeit selbst in NY lebte, bot ich mich an. Über diesen Weg produzierte ich meinem eigenen Film.

IB: Welche Emotionen flossen beim Machen des Film mit ein?

Andrew Horn : Weil, wie bereits gesagt, ich diese Zeit selbst miterlebte, versuchte ich, soviel wie möglich von mir selbst einzubringen. Dies bedeutet nicht, dass ich der Geschichte meinen eigenen Charakter verlieh – absolut nicht, aber ich musste noch einmal eine Menge von Erinnerungen an die Zeit durchleben, um für die Sachen, die wir machten den Geist wiederzuerlangen, den wir alle hatten. Ein guter Grund, warum ich fühlte, dass ich diesen Film machen soll, ist, dass ich mit der Szene ganz vertraut war. Letztendlich war war es nicht sehr schwierig für mich, eine Menge der Leute zu finden -durch mein altes Netzwerk an Freunden - mit denen ich sprechen musste. Das Gleiche gilt für das Auszugraben von Materialien, die ich brauchte. Deshalb war es eine Sache, um mit den Leuten wieder in Kontakt zu kommen, die ich eine lange Zeit nicht mehr gesehen hatte. Ferner schloss ich Freundschaften mit Leuten, die ich nur oberflächlich oder vorher überhaupt nicht kannte. Dies war während des ganzen Produktionsprozesses eine wirklich große Freude für mich und ich hoffe, dass dieses Gefühl im Film irgendwie übermittelt wird.

IB : Wie war die Reaktion der Öffentlichkeit auf den Internationalen Filmfestspielen in Berlin?

Andrew Horn : Nun, ich will nicht sagen, dass es ein Film für jedermann war, aber die Reaktion war wirklich positiv. Jene, die ihn mochten, mochten ihn wirklich sehr. Ich bin froh sagen zu können, dass er am Ende einen Preis gewann. Dazu kam, dass er direkt von Anfang an komplett ausverkauft war und alle Shows gefüllt wurden. Ich erinnere mich daran, dass ich nach der ersten Show zum Kartenschalter gegangen bin um zu sehen, ob ich noch eine extra Karte für einen Freund erhalten könnte, weil mir gesagt wurde, dass Festivalgäste manchmal Karten haben, sie nicht benutzen können und sie zurück schicken. Deshalb bat ich um eine Karte und es wurde mir natürlich sofort gesagt, dass es keine mehr geben würde. Auf meine Frage hin, dass vielleicht jemand eine zurückgeben würde, schüttelte die Frau nur ihren Kopf und sagte: "Nicht für diesen Film!"

IB : Wann werden wir den Film in Frankreich sehen?

Andrew Horn : Es gibt noch kein Datum, aber wir bemühen uns, den Film in die Kinos zu bekommen. Später wird er in Arte gezeigt, weil sie einer der Mitproduzenten sind.

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 Cold song' by Henri Purcell  * , Performed by Klaus Nomi, 1981

 

 


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